Heute möchte ich darüber berichten, was Ihr beachten könnt, wenn ihr gecoacht werdet.

Ich hatte selbst schon Coaching. Und durch meine Tätigkeit als Coach, was ich u.a. seit ca. 12 Monaten auch neben anderen Dienstleistungen anbiete, kann ich einen authentischen Blick darauf werfen. Ich kenne somit beide Positionen. Meine Erfahrungen mit Coaching sind meine ureigenen- jeder darf sich selbst ein Bild machen.

Zunächst ist der Ausdruck „gecoacht zu werden“ semantisch nicht ganz korrekt. Ich habe vielmehr die Begleitung eines Coaches als Dienstleistung gebucht, um mit der Betreuung in dieser Zeit Lösungen für Herausforderungen und Fragen in mir selbst zu finden.

Ein Coach gibt niemals Ratschläge oder berät. Ein Coach begleitet dich auf deinem Weg zum definierten Ziel. Und das Ziel darf sich auf dem Weg verändern, denn der Coachee ( so heißt die sich im Coaching Prozess befindliche Person) bestimmt selbstverantwortlich wohin die Reise geht. Dies ist GANZ WICHTIG!

Somit unterscheidet sich COACHING nämlich ganz klar von THERAPIE oder BERATUNG.

Ein Coach gibt niemals Ratschläge oder berät.

Also der Coachee hat eine Frage/ Herausforderung/ Problem/ Blockade/ selbst empfundene Defizite – und konsultiert einen Coach.

Es gibt viele Coaches. In Deutschland ist es nicht geschützt. Man kann sich websites anschauen, durch Facebook auf was stossen oder googeln. In Deutschland gibt es Verbände und Zertifikate und allgemein leider auch ganz viel Scharlatane. Es gibt Erfolgs Coaches, Life Coaches, Business Coaches, Führungskräfte Coaches, Team Coaches, Fitness Coaches, Existenzgründungs Coaches, Personal Brand Coaches, Spirit Coaches und noch viiiiiiel mehr. Also allerhand Coaches….

Und dabei geht es doch nur um das eine: eine zuverlässige, empathische, vertrauensvolle, verlässliche Begleitung auf deinem ureigenen Weg. Um eine Lösung zu finden. Eine Lösung, die für dich passt und stimmig ist.

The Coach: Am Besten mit Erfahrung in Deinem Thema oder einen Bezug dazu. Das erleichtert den Dialog. Dein Coach muss dir vor allem irgendwie sympathisch sein. Denn du bist mit dem Coach ganz eng. Wähle was dir zusagt…Und wenn es um etwas Privates/ Persönliches geht wirken die Anzugs-Business Typen vielleicht irgendwie steif, irgendwie „blutleer“. Es hängt eben immer vom Kontext ab und bei wem man sich selbst gut aufgehoben fühlt…und jeder kann ja selbst entscheiden.

Ein Coach begleitet dich dabei dass du Antworten zu deinen Fragen in dir selbst findest.

Ich kann selbst betonen, es ist ein bisschen unangenehm im ersten Moment sich einem Coach zu öffnen. Ein fremder Mensch bekommt mit, dass man selbst nicht weiter weiß. Das ist ja allzu menschlich. Doch in der Instagram Galore Welt scheint es eben nicht perfekt. In einigen Bereichen sind Coaches schon akzeptiert und gehören zum „guten Ton“. Fitness und Ernährungs Coaches gibt es, die dich unterstützen nachhaltig gesunde Verhaltensweisen in dein Leben zu integrieren. Bei anderen Themen tun wir uns, vor allem in Deutschland, noch schwer. Ein Life Coach begleitet dich auf deinen Lebenszielen. Dabei können innere Konflikte, Selbstwertthemen, Entscheidungs Schwierigkeiten, oder Veränderungswünsche ein Thema sein. Die Palette ist so vielfältig wie es unterschiedliche Menschen und Beziehungen (privat oder beruflich) gibt. Hinter den Lebenszielen stecken ja oft Fragen, zu denen man mit den gewohnten Lösungsstrategien keine für sich passenden Antworten findet. Ein Coach beantwortet nicht deine Fragen. Ein Coach begleitet dich dabei dass du Antworten zu deinen Fragen in dir selbst findest. Und jeder Mensch hat ganz viel Potential in sich. Manchmal ist es nur etwas verloren gegangen oder man hat es verborgen, weil man glaubte es passt nicht. Die Grundhaltung eines Coaches ist jedenfalls neutral, emphatisch und Ressourcen- und Ziel orientiert. Ressourcen sind die Elemente, Fähigkeiten, Motivationen die der Mensch aus sich selbst heraus nutzen kann um etwas zu verändern. Viele Coaches haben kostenlose Erstsessions um sich „beschnüffeln“ zu können. Toll! Teste. Es ist deine Investition in dich selbst.

Es muss stimmig sein. Es sollte eine Verbindung spürbar sein. Es ist sowas wie ein Bauchgefühl/ Impuls. Es hat ganz viel mit Vertrauen zu tun.

Vertrauen ist elementar

Wie geschrieben, der Coachee hat es in der Hand- weil er/sie/es in Auftrag gibt, bzw. wenn er/sie/ es es selbst initiiert. Es gibt ja auch Situationen, z.B. eine Business Konstellation in der der/die Coachee aus einem Pool von Coaches wählt, weil es die Company vorgibt oder bezahlt oder als „mandatory“ erachtet. Wer die Freiheit hat zu wählen sollte dies immer tun, notfalls nachfragen. Jedenfalls agiert ein Coachee immer selbstverantwortlich und eigenverantwortlich. Wenn es einen Vertrag geben sollte von einem Unternehmen mit einem Coach für einen Coachee: bitte lest Euch das genau durch. Bittet um Transparenz. Es gibt leider immer noch Situationen in denen Coachees irgendwie/ irgendwohin “hingecoacht” werden sollen, und das ist KEIN WIRKLICHES COACHING! Solltet ihr eine solche Situation in Eurem Unternehmen erleben- ganz wichtig- die Verbindung Coach und Coachee ist immer vertraulich. Was ihr im Coaching dann besprecht oder behandelt geht niemanden etwas an. Vertraulichkeit hat höchste Priorität.

Vertraulichkeit hat höchste Priorität

Also dem Coachee obliegt im Coachingprozess die Verantwortung und die Entscheidung sich ein Ziel zu setzen und es auf dem Weg dorthin auch abändern zu können. (Passiert sogar sehr oft, dass aus dem vorab definiertem Ziel etwas anderes sich herauskristallisiert- don‘t worry!)

Nun sagen wir mal Ihr habt einen Coach gefunden und es fühlt sich gut an ( nach der ersten Kontaktaufnahme und bisschen reden und so).

Ihr bucht den Coach/ oder er wird von Firma bezahlt und das erste Treffen steht an. Das Treffen ist in einer angenehmen Atmosphäre. Es gibt eventuell einiges an Material wie Stifte, Papier, man kann Wände nutzen etc. Es geht nicht nur ums reden. Es kann skizziert werden, gezeichnet, Möbel können verrückt werden, man kann auch in der Natur Coaching machen- es bleibt jedenfalls immer aktiv.

Zunächst geht es um eine Zieldefinition- also was man sich für die Coaching Zeit vorstellt. Dafür gibt es einige Methoden und der Coach begleitet dich dabei. Manchmal dauert es einige Zeit das für den Einzelnen wirklich stimmige Ziel herauszuarbeiten. Also es ist Arbeit mit dir selbst.

Der Coaching Prozess befasst sich nun damit von dem Jetzt – der Ausgangsposition- zu dem Ziel zu kommen. Der Weg dorthin wird quasi aufgeteilt, in Wegstrecken die du mit deinen Ressourcen bewältigst.

Ein Beispiel:

Dein Ziel ist es einen Berggipfel zu erklimmen. Motivation kann interne oder externe Gründe haben (z.B. Sammelst du Bilder von Gipfeltreffen oder du glaubst die Erwartungen von dir oder von jemandem anderen erfüllen zu müssen und deshalb begibst du dich auf den Weg). Manchmal glaubt man ja ein eigenes Ziel zu haben. In der Coaching Phase der Zieldefinition durchleuchtest du dies. Und wie gesagt, es kann sein, dass sich da etwas eingeschlichen hat was gar nicht original dein Ziel oder deine Intention ist. Alles gut.

Coaching ist aktives Arbeiten. Es kann auch ziemlich anstrengend sein- UND es lohnt sich

Auf deinem Weg zum Ziel benötigst du eine gute Ausrüstung (manchmal ist es steiniger Weg), Proviant, Kompass oder Wanderkarte. Das Wetter kann auch umschlagen und du musst vielleicht Unterschlupf für einige Zeit suchen. Plötzlich brauchst du Geduld. Vielleicht mangelt es dir an Kondition und du brauchst erst noch eine Zeit diese aufzubauen, damit du weitermachen kannst. Auf deiner Tour zum Berggipfel gibt es unterschiedliche Wege bzw. du kommst an Kreuzungen an, die eine Entscheidung bedürfen in welche Richtung du weitergehen möchtest. Vielleicht begegnet dir auf deinem Weg zum Gipfel (dein zunächst definiertes Ziel) etwas, was dir plötzlich viel sinnvoller erscheint. Vielleicht spürst du, dass dein wahres Ziel der Waldsee oder die Bank vor dem Berggipfel ist und dass es für dich jetzt viel mehr Sinn macht dort hinzugehen. Dein ursprüngliches Ziel konnte eine Richtung weisen, und Du selbst bemerkst dann, was für dich wirklich wichtig und richtig ist.

Ziele können sich verändern

Dieses Ziel der ersten Phase wird immer wieder angeschaut und Du kannst reinspüren und entscheiden ob es bei jedem weiteren Termin immer noch zutrifft.

Wie gesagt, ein Coach ist niemals ein Therapeut, kein Berater der euch Tipps gibt für Lösungen- ein Coach hört euch zu, paraphrasiert das Gehörte und steigt mit Euch in einen Dialog ein. In diesem Dialog (der Coachee spricht dabei anteilig mehr als der Coach- dieser hört aktiv zu) hakt der Coach auch mal nach, also stellt Fragen zu dem gerade Gesprochenen. Es sollte ein emphatisches Zuhören sein, mit Nachfragen. Dadurch bewegt sich dein Gedankenmotor im Kopf. Du reflektierst. Du nimmst vielleicht eine andere Perspektive ein und kannst so den Blick auf etwas in einem anderen Licht sehen. Du durchleuchtest deinen Körper wo sich Gefühle festgesetzt haben. Du lernst deine Emotionen, inneren Antreiber und Glaubenssätze kennen. Du befasst dich mit dir und dem was in dir steckt- vielleicht zum ersten Mal konsequent in deinem Leben. Du beschenkst dich damit dich selbst besser kennenzulernen. Oft bewirkt dies nicht nur mehr Wertschätzung für sich als Person sondern es wirkt sich auch auf deine Verbindungen mit anderen Menschen aus. Kein Mensch ist eine Insel. Dabei ist der Coach an deiner Seite. Dein Coach urteilt nicht oder drängt dich. Kein eigener Senf zum Topic vom Coach. Keine Bewertung. Wenn etwas unklar ist oder das Gespräch zum Stocken kommt lädt der Coach zu Übungen/ Exercises/ Methoden/ Ideen ein. Als Coachee kannst du jederzeit abbrechen. Oder mitmachen- wie gesagt: Du bist verantwortlich und Entscheider auf deinem Prozess!

Da ich selbst die Erfahrung als Coachee gemacht habe, weiß ich wie spannend es sein kann sich auf etwas einzulassen- wenn das Vertrauen da ist. Man wird neugierig. Man macht sogar freiwillig “Hausaufgaben”- also geht zwischen zwei Terminen in die Tiefe, daheim und mit output von dem Besprochenen. Man reflektiert. Sogar sehr viel. Es kann richtig tief gehen. Und gleichzeitig ist dies ganz wunderbar. Man erarbeitet etwas, was man für sich selbst macht.

Es geht ja um einen selbst!

Das Wunderbare am Coaching, was ich verstehe als Hilfe zur Selbsthilfe, ist die FREIHEIT, das Lernen von SELBSTVERANTWORTUNG, und das ENTSCHEIDEN.

Coaching = Hilfe zur Selbsthilfe, Freiheit zu entscheiden und Verantwortung für sich zu übernehmen

WICHTIG: Ein Coaching ersetzt keinen Arzt oder Therapeuten und dient nur zur Prävention. Coaching ist keine Therapie im heilkundigen Sinne. Der Coachee ist vor, während und nach dem Coaching selbst für sich verantwortlich. Als Klient bei einem Coach bestätigt er/ sie/ es mit der Auftragserteilung gleichzeitig, dass er/ sie /es sich geistig und körperlich gesund fühlt und am Coaching teilnehmen kann. Der Klient erklärt zudem mit seiner Auftragserteilung ausdrücklich, die AGBs vom Coach gelesen und verstanden zu haben.

Coaching bei psychischen Erkrankungen ist unter Auflagen möglich- bedarf jedoch einer gezielten Absprache und Abstimmung mit dem behandelnden Arzt /Therapeuten!

Es kann auch sein dass ein von dir ausgewählter Coach bei deinem Thema sagt, dass er ein Coaching ablehnen muss. Denn ein Coach ist ja ein Mensch und hat auch seine ureigenen Themen. Diese schaut er sich sicher auch an und macht auch immer selbst wieder Supervision und Coachings. Ein Coach der dein Thema ablehnt ist ein Zeichen für Professionalität. Dieser Coach weiß um seine eigenen Herausforderungen und wäre befangen und keine wirkliche Unterstützung für dich. Es ist also gut, dass diese Transparenz geschieht.

Zu meiner Person: Ich hatte in meinem Leben nicht nur Therapie, (nicht nur ambulant – auch stationär, und ich steh dazu. Wunderbare Therapeuten! Danke), ich hatte auch Coaching. Ich weiß um den Unterschied. Ich arbeite selbst als Coach. Sollte es bei meinen Klienten Herausforderungen geben, die weitere Unterstützung benötigen, werde ich dies sensibel kommunizieren und stelle ein Portfolio an professioneller Begleitung bereit. Mir ist wichtig, meine Klienten sind nachhaltig versorgt. Es gibt auch eine Kombination von Therapie UND Coaching- dies ist jedoch nur mit Abstimmung durch den behandelnden Arzt möglich.

Ich danke von Herzen meinem Coach Elisabeth. Sie begleitete mich auf meinem Weg. Vieles Unvorstellbares wurde wieder möglich. Und es gedeiht und ist ganz wunderbar.

Traut Euch. Vertraut auf Euch. Es ist soviel bereits in EUCH!

VERTRAUT AUF DEN (Coaching-) PROZESS!

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